Grundlagen & Aufklärung

Irreführung durch die Medien

DHVon Daniel Huber · finanzuni.blog · ca. 6 Min.

Statt die Bürger endlich über die Grundsätze der Vermögensbildung und Altersvorsorge aufzuklären, werden die Menschen vom Großteil der Medien immer noch mit unsinnigen »Geldanlage-Tips« und »Kapitalanlage-Tips« irregeführt! Da wird sogar vor objektiven Falschaussagen nicht zurückgeschreckt. Sehen Sie dazu auch die deutliche Kritik vom Bund der Sparer. Und verinnerlichen Sie die universell gültige Ratschlags-Qualifizierung.

Bis auf weiteres werden wir hier nur noch die Irreführung jener Medien wiedergeben, die uns juristisch verklagen, statt unsere Aufklärungsarbeit dankbar anzunehmen, zu verbreiten und zu belohnen. Wir freuen uns deshalb schon auf weitere Klagen.

Entsprechend beginnen wir beispielhaft mit folgendem Zitat der Redakteure Marc Brost und Robert von Heusinger, DIE ZEIT vom 3. Juli 2003:

»Kapitallebensversicherungen sind nach Geldmarktfonds und Bundesanleihen weiterhin die sichersten Anlageprodukte, denn sie garantieren nicht nur den Kapitalerhalt, sondern auch eine Mindestverzinsung.«

So ein Unsinn! Unter anderem wegen dieser Falschaussagen erhielt der betreffende ZEIT-Artikel im Juli 2003 den EUMEL®, den bedeutendsten Preis für irreführenden Wirtschaftsjournalismus. Der EUMEL® ist ein stilisierter Kopf, dem infolge fundierter Kritik die Haare zu Berge stehen:

Warum schreibt DIE ZEIT Unsinn?

1. Behauptung: »weiterhin«. Falsch! Kapitallebensversicherungen gehörten noch nie zu den sichersten Anlageprodukten.

2. Behauptung: »die sichersten Anlageprodukte«. Falsch! Kapitallebensversicherungen, Geldmarktfonds und Bundesanleihen bieten ja noch nicht einmal Schutz vor Inflation, genauso wenig vor den weiteren Risikoursachen, die das Geldwertstabilitätsrisiko begründen. Wie sollen Kapitallebensversicherungen da ein sicheres Produkt sein, gar zu den »sichersten Anlageprodukten« gehören?

3. Behauptung: »sie garantieren ... den Kapitalerhalt«. Falsch! Kapitallebensversicherungen garantieren lediglich den nominalen Kapitalerhalt, und das ist nichts Besonderes. Weil angespartes Kapital aufbewahrte Kaufkraft ist, bedeutet der abgekürzte Ausdruck »Kapitalerhalt« Kaufkrafterhalt und den Erhalt der Kaufkraft können und dürfen die Lebensversicherer gerade nicht garantieren!

4. Behauptung: »sie garantieren ... eine Mindestverzinsung«. Falsch! Der abgekürzte Ausdruck »Mindestverzinsung« erweckt beim durchschnittlichen, verständigen Leser den Eindruck, es handle sich um eine positive Mindestverzinsung. In Wahrheit garantieren Kapitallebensversicherungen aber eine negative Mindestverzinsung!

Die Wahrheit über den »Garantiezins«

Lassen Sie sich nicht vom sogenannten »Garantiezins« irreführen! Zuletzt betrug der »Garantiezins« auf den Sparanteil 3,25% pro Jahr und inzwischen beträgt er nur noch 2,75% pro Jahr. Der Vertriebs-, Abschluß- und Verwaltungskostenanteil sowie der Beitragsanteil für das Todesfallrisiko werden überhaupt nicht verzinst. Dadurch verringert sich der auf die gesamte Sparrate bezogene »Garantiezins« je nach Kostenquote des Versicherers, Vertragslaufzeit und Geschlecht des Versicherten auf 1,1% bis 1,9% pro Jahr! Und bei Berücksichtigung der langfristigen, historischen Durchschnittsinflation wird der »Garantiezins« eindeutig negativ. Sehen Sie selbst:

* Nominaler Garantiezins auf den Sparanteil Bezogen auf die gesamte Sparrate Langfristige historische Durchschnitts- inflation Realer Garantiezins bis 2003 3,25% p.a. 1,5% bis 2,6% p.a. 3,1% p.a. -0,5% bis -1,6% p.a. seit 2004 2,75% p.a. 1,1% bis 1,9% p.a. 3,1% p.a. -1,2% bis -2,0% p.a.

Die genannten Werte für den eindeutig negativen Realzins gelten natürlich nur, wenn wir optimistisch annehmen, die Inflation bliebe im Durchschnitt der kommenden Jahrzehnte so gering wie im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte, nämlich bei 3,1%. »Sicher« ist aber nicht einmal das!

In jedem Fall garantieren Ihnen die Kapitallebensversicherer gerade keine positive Mindestverzinsung, sondern die Kapitallebensversicherer garantieren Ihnen den Verlust Ihrer Ersparnisse! Nochmal: Ihnen wird der Kaufkraftverlust Ihrer Ersparnisse garantiert! Wußten Sie das, als Sie mit »Garantien« zu einer Kapitallebensversicherung überredet wurden? Wußten Sie das ganz konkret in dem Moment, als Sie den mit dem EUMEL® prämierten ZEIT-Artikel lasen?

Falls das der durchschnittliche, verständige Leser noch nicht weiß, warum wohl bleiben diese Tatsachen dann in den großen Printmedien immer noch unerwähnt?

Wenn eine ganze Branche mit langfristig garantierten Verlusten werben und Kunden locken kann, muß über Jahrzehnte hinweg Irreführung stattgefunden haben! Und wenn die Medien behaupten, »die Meinungsbildung des Volkes« zu bestimmen, müssen die Medien an der Irreführung schuld sein! Sollten dann nicht auch die Verantwortlichen der betreffenden Verlage die Vermögensverluste der irregeführten Leser persönlich erstatten müssen? Warum sollte ausgerechnet die Medienbranche vom Verursacherprinzip ausgenommen sein? Aber das wollen wir an anderer Stelle diskutieren, denn das wird ohnehin noch eine gesellschaftliche Revolution auslösen, sobald sich die Erkenntnis durchgesetzt hat.

Merksatz: Wer darauf besteht, das Volk mit sinnlosen Ratschlägen zur Altersvorsorge zu verdummen, wird irgendwann dafür bestraft.

Persönlich. Rückwirkend. Das werden früher oder später alle Journalisten begreifen müssen.

Hier halten wir zunächst fest: Das Zitat

»Kapitallebensversicherungen sind nach Geldmarktfonds und Bundesanleihen weiterhin die sichersten Anlageprodukte, denn sie garantieren nicht nur den Kapitalerhalt, sondern auch eine Mindestverzinsung.«, so DIE ZEIT vom 3. Juli 2003, beinhaltet gleich mehrere wahrheitswidrige Tatsachenbehauptungen! Der fragliche ZEIT-Artikel enthält also objektive Falschaussagen! Keine Sorge, liebe ZEIT-Verantwortlichen, wir werden deshalb nicht klagen. Auf Kosten der steuerzahlenden Bevölkerung und aus mangelhaftem Selbstbewußtsein die Gerichte zu belasten, ist nicht unser Niveau...

Mit diesen objektiven Falschaussagen haben die betreffenden Redakteure Geld verdient. Aus Sicht der Buchhaltung das Gehalt des ZEIT-Verlags, aus wirtschaftlicher Sicht natürlich das Geld der Kunden. Das sind bei einem Zeitungsverlag im wesentlichen die Leser (über den Zeitungspreis) und die Anzeigenkunden (über den Anzeigenpreis).

Warum wir das so genau darstellen?

Deshalb: Derselbe ZEIT-Redakteur, der mit solchen Zeitungsartikel-Aussagen sein Geld verdient, schreibt (zusammen mit einem weiteren ZEIT-Kollegen) in seinem im selben Jahr erschienenen Buch: Zitat »Die Lebensversicherungen sind unsicher ...«!!!

Wie bitte? Verdient der ZEIT-Redakteur mit dieser gegensätzlichen Aussage in seinem Buch etwa wiederum Geld? Unvorstellbar!

Als wäre das immer noch nicht genug, gipfelt das Verhalten der ZEIT-Verantwortlichen darin, eben jenes Buch ihrer »Wirtschaftsredakteure« massiv in dem Wochenblatt DIE ZEIT zu bewerben!

... ... (Uns fehlen die Worte!)

Wir können mit unserer mühsamen und extrem teuren Aufklärungsarbeit noch nicht einmal unsere Kosten decken, weil derzeit noch große Verlage wie der ZEIT-Verlag sich weigern, unsere Aufklärungsarbeit publik zu machen. Da macht uns das Verhalten der ZEIT-Redakteure zornig! Sehr zornig!

Aber zeigt es nicht auch, wie wichtig und richtig unsere Arbeit ist?

Was halten Sie, ganz generell, von Redakteuren, die je nach Einkommensquelle ihre Aussagen variieren, damit uns als Leser irreführen und noch nicht einmal die Zivilcourage besitzen, sich bei ihren Lesern und uns zu entschuldigen?

Armes Deutschland! Kein Wunder, daß es mit diesem Land seit Jahrzehnten bergab geht! Kein Wunder, daß wir uns für die finanzielle Aufklärung engagieren! Und Sie?

Was lehrt uns dieses eine Beispiel unter Tausenden?

Merksatz: Kapitallebensversicherungen garantieren Ihnen den Kaufkraftverlust Ihrer Ersparnisse!

Gott sei Dank werden diese »Garantien« nicht immer erfüllt!

Merksatz: In Deutschland werden mit den Steuerzahlungen der Bürger (!) die Absatzchancen einer Branche gefördert, welche den Sparern nach aller historischen Erfahrung Verluste garantiert!

Eine exakte Sprache ist für Wirtschaftsjournalisten entscheidend! Sind Wirtschaftsjournalisten hier nachlässig, dann werden sie ihrer Verantwortung als Wissens-Multiplikatoren nicht gerecht.

Entweder weil sie es nicht können oder weil sie es nicht wollen.

Die ZEIT-Verantwortlichen versäumten, folgende Absätze in ihre Klageschrift aufzunehmen. Und die sagen bereits alles:

» >Was Du kannst de facto nicht widerlegen, versuche nie de iure zu erstreben.< Diese Charakterbildung einer selbstbewußten Gesellschaftsschicht erreichte offenbar die ZEIT noch nicht.

Der ZEIT-Verlag erstrebt Unterlassungsklage gegen Formulierungen im Rahmen der EUMEL-Verleihung. Folglich fühlt sich jemand im ZEIT-Verlag getroffen und meint gerichtlicher Hilfe zu bedürfen. Das ehrt uns natürlich, aber überrascht uns zugleich. Haben wir nicht nur das wiedergegeben und bewertet, was der Zeitungsartikel selbst seinen Lesern vermittelt?

Nun ist Sprachgewandtheit gewiß nicht jedem Journalisten angeboren, aber was auf dem Bildungsweg versäumt wurde, kann der Rechtsweg niemals bewirken. Entsprechend erwogen wir noch nie, einen überzeugten Journalisten zu verklagen, und wir wollen auch niemals so tief sinken. Wenn Kompetenz und Einsicht schon zum Dialog nicht reichen, dann kann kein Richterspruch die Herzen mehr erweichen. So warten wir auch weiterhin geduldig, daß die Verfasser des prämierten Medienbeitrags unsere Kritik zur Weiterbildung nutzen.«

und sich bei Ihnen und bei uns als ZEIT-Lesern entschuldigen!

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